Who is Who

Mattias Andersson (SE)

Autor, Regisseur

studierte Schauspiel an der Akademie für Musik und Theater in Göteborg. Seine Stücke wurden u.a. im Stadttheater Stockholm, am Königlichen Dramatischen Theater Stockholm, am Stadttheater Göteborg, am Dramatischen Theater in Malmö sowie in Dänemark, Deutschland, Rumänien und Serbien aufgeführt. Er war nominiert für den Nordischen Dramatiker Preis 2006 und erhielt 2007 den Ibsen Preis. Seine Adaption von Dostojewskis „Verbrechen und Strafe“ wurde 2007 mit dem Theaterpreis des Expressen und dem Preis der Schwedischen Theaterkritiker ausgezeichnet. Mattias Andersson leitet mit dem Backa Teater in Göteborg eine Bühne, die Zuschauer aus allen sozialen Milieus der Stadt anspricht, insbesondere junge Menschen ohne Theatererfahrung.
www.stadsteatern.goteborg.se/backateater

Lola Arias (RA)

Schauspielerin, Regisseurin, Autorin

geboren 1976, ist als Autorin, Regisseurin, Schauspielerin und Musikerin tätig und Gründerin des interdisziplinären Künstlerkollektivs Postnuclear. Sie arbeitet mit Schauspielern, Menschen, die in anderen Berufen arbeiten, Musikern, Tänzern, Kindern, Babys und Tieren. In „Mi vida después“ (2009) rekonstruieren sechs Schauspieler die Jugend ihrer Eltern in den 70ern anhand von Fotos, Briefen, Kassetten und alten Kleidern. Seit 2006 arbeitet Arias auch gemeinsam mit Stefan Kaegi: Zuletzt in „SOKO São Paulo“ (2007) mit brasilianischen Polizisten und in „Airport Kids“ (2008) mit globalisierten Nomaden im Alter zwischen 7 und 13 Jahren. Gemeinsam mit Ulises Conti komponiert und spielt sie Musik, die seit 2008 auch als CD unter dem Namen „El amor es un francotirador“ zu hören ist. Zuletzt inszenierte sie „The Enemy Within“ (2010) am HAU und „Zimmermädchen“ im Rahmen des von ihr zusammen mit Stefan Kaegi kuratierten Projekts „Cuidades Paralelas – Parallele Städte“ in Berlin, Buenos Aires und Zürich (2010). Ihre Theatertexte wurden ins Deutsche, Englische und Französische übersetzt.
www.lolaarias.com.ar

les ballets C de la B (B)

Choreografenkollektiv

ist ein flämisches Choreografenkollektiv, das von Koen Augustijnen, Christine de Smedt, Sidi Larbi Cherkaoui und Alain Platel vor genau zwanzig Jahren gegründet wurde und seine Existenz einem künstlerischen und menschlichem Abenteuer verdankt, das zunächst von Angehörigen und Freunden der vier Künstler getragen wurde. Die gemeinsam entworfenen und produzierten Stücke zeichnen sich dadurch aus, dass sie stets in der Wirklichkeit mit deren Widerständen, Unvollkommenheiten und Anfälligkeiten verankert sind. Das Faszinierende der Arbeiten aller vier Künstler ist, wie sie die uns umgebende Welt anders erzählen. Viele der Stücke waren europaweit zu sehen.
www.lesballetscdela.be

Eva Behrendt (D)

Journalistin

geboren 1973 in Waiblingen, studierte Geschichte, Theaterwissenschaft und Germanistik in Mainz, Dijon und Berlin. Seit 1998 schreibt sie als freie Autorin für deutsche Tageszeitungen wie z.B. die taz,  die Welt, die Frankfurter Rundschau und vor allem für das Fachmagazin Theaterheute, in dessen Redaktion sie seit 2001 arbeitet. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit war sie u.a. Jurorin für das Impulse Theater Festival, beim Berliner Senat für freie Gruppen, für das Berliner Theatertreffen und gehörte als wissenschaftliche Mitarbeiterin dem künstlerischen Beirat des Festivals HEIMSPIEL 2011 an.

Karin Beier (D)

Regisseurin, Intendantin des Schauspiel Köln

geboren 1965 in Köln, gründete 1986 mit 21 Jahren die Theatergruppe Countercheck Quarrelsome (CCQ), mit der sie neun radikal modernisierte Shakespeare-Inszenierungen in englischer Sprache herausbrachte. Ab 1988 arbeitete sie als Hausregisseurin am Düsseldorfer Schauspielhaus. Zwei ihrer dortigen Shakespeare-Inszenierungen wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Ab 1995 Inszenierungen in Hamburg, München, Hannover, Bonn, Bochum, Zürich und Köln. Fünf Jahre war sie Hausregisseurin am Burgtheater Wien. Seit der Spielzeit 2007/08 ist Karin Beier Intendantin am Schauspiel Köln. Ihre Inszenierungen „Die Nibelungen“, „Das goldene Vlies“ und „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“ wurden zum NRW- Theaterfestival westwärts eingeladen. 2009 erhielt sie für ihre Inszenierung „Das Goldene Vlies“ den Theaterpreis Der Faust. „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“, eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2010, wurde in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift Theaterheute zur Inszenierung des Jahres gewählt. 2010 kürten alle deutschen Kritikerumfragen das Schauspiel Köln zum Theater des Jahres.
www.schauspielkoeln.de

Lotte van den Berg (NL)

Regisseurin, künstlerische Leiterin Theater OMSK

geboren 1975 in Groningen, studierte Theater und Philosophie, ab 1998 Regie an der Hochschule für Künste in Amsterdam. Sie arbeitete mit verschiedenen flämischen und niederländischen Kompanien zusammen, v.a. am Toneelhuis in Antwerpen (2005 bis 2009). Hier entstanden international tourende Produktionen wie „Het blauwe uur“ und „Braakland“. Lotte van den Berg arbeitet in ihren Performances sowohl mit Schauspielern als auch mit Passanten, Bürgern und Zuschauern zusammen. 2009 gründete sie die Künstlergruppe OMSK mit Basis in Dordrecht. Von einem längeren Aufenthalt 2010 in Kinshasa erzählt ihre neueste Produktion, die auf Festivals in Graz, Brüssel, Lissabon und Rotterdam zu sehen sein wird und die Lotte van den Berg in Form einer Lecture Performance im Programm von HEIMSPIEL 2011 vorstellt.
www.omsk.nl

Björn Bicker (D)

Autor, Dramaturg

geboren 1972, studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Allgemeine Rhetorik in Tübingen und Wien. Danach arbeitete er als Dramaturgieassistent und Dramaturg am Wiener Burgtheater. Von 2001 bis 2009 war er als Dramaturg bei Frank Baumbauer an den Münchner Kammerspielen engagiert, wo er u.a. diverse Stadtprojekte wie „Bunnyhill 1+2“, „Doing Identity“, „Illegal“, „Hauptschule der Freiheit“ mit erfand und künstlerisch leitete. Björn Bicker schreibt außerdem Theaterstücke, Hörspiele und Prosa, unterrichtet an der Otto-Falckenberg-Schule in München Dramaturgie und Szenisches Schreiben und arbeitet seit 2009 als freier Autor. Im Frühjahr 2009 erschien sein Buch „Illegal. Wir sind viele. Wir sind da“ im Antje Kunstmann Verlag München.

BijaRi (BR)

Architekten- und Künstlerkollektiv

ist ein Zusammenschluss von Künstlern, Architekten und Architekturtheoretikern (Eduardo Loureiro, Geandre Tomazoni, Maurício Brandão, Olavo Ekman und Rodrigo Araújo) aus Sao Paulo, Brasilien. BijaRi wurde 1997 gegründet und entwickelt bis heute Projekte im Bereich Bildende Kunst, Multimedia und Architektur. Die Gruppe benutzt vorrangig Strategien wie z. B. Interventionen, Performances, Video, Grafik- und Webdesign, um auf die in alltäglichen Situationen versteckten Strukturen aufmerksam zu machen. Zu den spektakulärsten Projekten des Kollektivs zählen „Chicken“ (2004), der Video-Tanz „Várzea“ (2006), die nomadische Multimedia-Installation „Cubo“ (2008) und das Online-Projekt „America Love Me“, das im letzten Jahr in Los Angeles Premiere hatte.
www.bijari.com.br

Claudia Bosse (A)

Regisseurin, künstlerische Leiterin theatercombinat Wien

studierte Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin und ist künstlerische Leiterin von theatercombinat, eine 1996 in Berlin gegründete KünstlerInnenformation, die seit 1999 ihre Basis in Wien hat. Claudia Bosse arbeitet an einem erweiterten Theaterbegriff überwiegend in theaterfernen Architekturen, in Kooperation mit Festivals oder Theatern in Berlin, Genf, Wien, Hamburg, Düsseldorf, Podgorica, Braunschweig, Lausanne oder Long Island. Sie hält Vorträge und beteiligt sich an Publikationen. In den letzten zwei Jahren inszenierte sie u.a. die experimentelle dokumentarische Performance „vampires of the 21rst century oder was also tun?“ (2010), das Tragödienhybrid „2481 desaster zone“ (2009), die akustische Stadtchoreografie „bambiland08“ (2008) sowie in Genf und Braunschweig mit jeweils mehr als 300 Bürgerinnen und Bürgern das Chor-Projekt „die perser“ (2006/8).
www.theatercombinat.com

André Bücker (D)

Regisseur, Intendant Anhaltisches Theater Dessau

geboren 1969 in Harderberg (Niedersachsen), arbeitete nach dem Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Geschichte und Philosophie in Bochum für das Kunstfest Weimar und inszenierte u. a. in Dortmund, Hannover, Graz, Nürnberg, Göttingen, Senftenberg, Mannheim und für das Händel-Fest in Halle. Zudem realisierte er zahlreiche spartenübergreifende Projekte und Theater im öffentlichen Raum. André Bücker war von 1998 bis 2000 stellvertretender Intendant am Theater Wilhelmshaven, von 2005 bis 2008 Intendant am Nordharzer Städtebundtheater in Halberstadt/Quedlinburg. Seit Beginn der Spielzeit 2009/2010 ist er Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau, an welchem nach dem Radioprojekt „Funk“ in der Spielzeit 2009/2010 das zweite HEIMSPIEL-Projekt „SchwarzWeiß“ realisiert wird.
www.anhaltisches-theater.de

Quan Bui Ngoc (B)

Tänzer, Choreograf

begann seine Ausbildung als Kind an der Nationalen Tanzschule von Vietnam und trat 1996 dem Ballet der Oper von Hanoi bei. Auf Einladung von Bernadette Tripier ging er 1997 nach Frankreich, wo er sich an der Tanzschule von Istres zeitgenössische Techniken aneignete. Gleichzeitig kehrte er immer wieder nach Vietnam zurück, um an der Oper und an eigenen Projekten zu arbeiten. 2002 begegnete er Alain Platel und tanzte in dessen Inszenierung „Wolf“ mit sowie später in „vsprs“ (2006) und „pitié!“ (2008). 2009 arbeitete er mit Lisi Estaras als Tänzer in „Bolero“ und Co-Regisseur von „I know a place“ zusammen. Quan inszenierte außerdem „jump or fall“ (2009) mit Juliana Neves und Samuel Lefeuvre. Er veranstaltet Workshops in Schweden, Belgien und Frankreich und arbeitet regelmäßig mit dem Studiengang Drama am Konservatorium in Gent zusammen, wo er zuletzt mit den Studierenden „Picnic“ inszenierte. Im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 leitet Quan Bui Ngoc den Workshop Inside, Outside & Around.

CAMPO (B)

Kunstzentrum

wurde 2008 aus der Fusion von Victoria and Nieuwpoorttheatre als neues Kunstzentrum in Gent gegründet. Im Mittelpunkt stehen Untersuchungen und Entdeckungen, wobei bekannte Pfade nie beschritten werden. CAMPO zieht es vor, mit Künstlern zusammenzuarbeiten, die nahe liegende Formen des Theaters vermeiden und das Medium selbst in Frage stellen. CAMPO hat generell eine Vorliebe für ‚Art brut’ – nicht stromlinienförmig, sondern verletzlich und unberechenbar. CAMPO entwickelt Arbeiten – sowohl kleine als auch groß angelegte, nationale als auch internationale –, die nicht einen bestimmten Stil oder Inhalt haben, sondern auf Basis einer spezifischen künstlerischen Haltung und Notwendigkeit entstehen. Über die Jahre hat CAMPO mit Künstlern wie Alain Platel, Jérôme Bel, Tim Etchells, Jacob Wren, Josse De Pauw, Jan Decorte, Lies Pauwels, Ben Benaouisse und anderen zusammengearbeitet.
www.campo.nu

Company Fierce (UK)

Tanzensemble

Company Fierce hat sich als ein in Manchester ansässiges Tanzensemble etabliert, dessen Arbeiten einzigartig sind und sich mit der menschlichen Erfahrung auseinandersetzen, gleichzeitig hat Company Fierce ein hochqualitatives professionelles Portfolio vorzuweisen  sowie ein betriebsames Community-Training-Programm, welches von erfahrenen Künstlern durchgeführt wird. Company Fierce schöpft aus den Fähigkeiten und Talenten seiner Ensemblemitglieder und bietet gerade dadurch eine große Vielfalt an Tanz, Choreografie, Pädagogik und Tanztraining-Programmen im Großraum Manchester und darüber hinaus. Darren Pritchard ist der Gründer von Company Fierce. Er wurde an der Northern School of Contemporary Dance ausgebildet und arbeitete für die Random Dance Company, Robert Hylton, African Cultural Exchange, Chateranga und House of Suarez.

Gesine Danckwart (D)

Autorin, Filmemacherin, Regisseurin

wurde 1969 in Elmshorn geboren und wuchs auf dem Land bei Lübeck auf. Neben dem Studium der Theaterwissenschaft gründete sie eine Spielstätte für freies Theater in Berlin-Moabit. Ausgehend von Regie- und Performanceprojekten entstanden eigene Stücke. Sie arbeitet an festen Häusern und in freien Kontexten. So entstanden u. a. mehrere Arbeiten zu und in China, für das Nationaltheater Mannheim ein Straßenbahn- und Hafenprojekt. Eine deutsch-polnische Produktion läuft in Bydgoszcz. Zurzeit arbeitet Gesine Danckwart u. a. an einem Erzählprojekt für das Schauspiel Köln, das unter dem Titel „Roman einer Stadt“ in der Spielzeit 2011/12 Premiere haben wird. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

DepArtment (D)

Büro für Kulturmanagement

ist regelmäßig tätig für Festivals, Veranstaltungsreihen, Kongresse und künstlerische Einzelprojekte in den Bereichen Konzeption, Programmgestaltung, Produktionsdramaturgie, Geschäftsführung, Organisations- und Projektleitung, Kommunikation sowie Beratung. DepArtment übernimmt das Management für national und international arbeitende Tanz-, Theater-, Performance- und Medien-Künstler. Das Büro wurde 1995 auf Kampnagel in Hamburg gegründet und hat seit 2004 unter der Leitung von Katharina von Wilcke und Harriet Lesch seinen Sitz in Berlin. Für HEIMSPIEL 2011 wurde DepArtment mit dem Projektmanagement beauftragt.
www.dep-art-ment.com

Diedrich Diederichsen (A/D)

Kulturjournalist, Poptheoretiker, Hochschullehrer

geboren 1957 in Hamburg, ist Kulturjournalist, Poptheoretiker und Hochschullehrer. Nach dem Studium der Hispanistik, Neueren Deutschen Literatur und Philosophie arbeitete er zwischen 1979 und 1990 als Redakteur der Musikzeitschriften Sounds und Spex. Ab 1992 unterrichtete er an der Merz Akademie Stuttgart, von 1998 bis 2006 als Professor. Daneben übernahm er Lehraufträge bei verschiedenen (Kunst-)Hochschulen, u.a. in Frankfurt/M., Pasadena, München, Offenbach, Bremen, Weimar und Gießen. Diedrich Diederichsen ist seit Ende der 1990er Jahre in verschiedenen Gremien im Bereich Bildende Kunst, Film, Musik und Theorie beratend aktiv, u.a. war er von 2002 bis 2005 Mitglied der Jury der Kulturstiftung des Bundes. Seit 2006 lehrt er als Professor für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. Im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 beteiligt er sich am kunstkritischen Panel Get down and party. Together.

Thomas Dreissigacker (D)

Bühnenbildner

wurde 1955 in Mainz geboren, studierte von 1977-1982 bei Prof. Achim Freyer in der Bühnenbildklasse der Hochschule der Künste in Berlin mit dem Abschluss als Meisterschüler;  arbeitete als Assistent für Achim Freyer, Robert Wilson, Axel Manthey und Johannes Grützke. Seitdem arbeitete er als Bühnen- und Kostümbildner mit den Regisseuren Valentin Jeker, Hartmut Wickert, Marlon Metzen, Anselm Weber, Karin Beier, Rafael Sanchez und Christoph Frick in Stuttgart, München, Bochum, Berlin, Basel, Düsseldorf, Bonn, Hannover, Hamburg, Frankfurt, Essen, Köln, Wien und Zürich. Eigene Regiearbeiten entstanden an der Oper Wuppertal 2004 und 2006. Als Gastprofessor unterrichtete er  2000 an der HdK Berlin, 2001 und 2007 an der Universität Gießen im Bereich Angewandte Theaterwissenschaften, seit 2007 leitet er die Studienvertiefung „Szenografie“ am Department Darstellende Künste und Film der ZHdK Zürich. Mit Karin Beier verbindet ihn eine langjährige Arbeitsbeziehung, die sich seit ihrer Intendanz am Schauspielhaus Köln fortsetzt. 2010 erhält er für sein Bühnenbild für „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“ am Schauspiel Köln (Regie Karin Beier) den Deutschen Theaterpreis Faust. Thomas Dreißigacker lebt seit 1986 in Köln.
www.t30acker.com

Matt Fenton (UK)

Direktor des Live beim LICA (Lancaster Institute for the Contemporary Arts)

ist Direktor des Live beim LICA, einer interdisziplinären Institution für Künste an der Universität Lancaster, die Stadttheater (das Nuffield Theatre), Kunstgalerie (Peter Scott Gallery) und Konzerthaus (Lancaster International Concerts) miteinander verbindet und so eine Schnittstelle von akademischer Forschung, professioneller künstlerischer Praxis und öffentlicher Teilnahme am Entwicklungsprozess innovativer Künstler herstellt. Zuvor hat Matt Fenton als Regisseur, Programmmacher und Dramaturg gearbeitet. 2008 leitete er am Nuffield Theatre ein Projekt mit 7 lokalen und 15 internationalen Künstlern, darunter Tim Etchells, Lone Twin, Goat Island, Adrian Howells und Kazuko Hohki. Außerdem unterrichtet er an der Universität Lancaster und initiiert  experimentelle und partizipative Projekte am Nuffield Theatre.
www.liveatlica.com
www.lancs.ac.uk/fass/lica/postgraduate/ProCAP/

Monika Gintersdorfer (D)

Regisseurin

studierte Germanistik und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln und Regie in Hamburg. 2000-2004 Inszenierungen am Hamburger Schauspielhaus, den Münchner Kammerspielen, den Salzburger Festspielen. Seit 2005 Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Knut Klaßen und einem deutsch-afrikanischen Darstellerteam an der Volksbühne im Prater Berlin, Kampnagel Hamburg, FFT Düsseldorf, sophiensaele Berlin, Theater Aachen, Schauspiel Köln, Ringlokschuppen Mülheim, Deutsches Theater Berlin sowie in Abidjan. Ihre Performance „Othello c’est qui“ (2008) gewann beim Impulse Theater Festival 2009 den Preis für die beste Off-Theaterproduktion.

Nina Gühlstorff (D)

Regisseurin

wurde 1977 in Ratzeburg (Schleswig Holstein) geboren. Im Jahr 2001 schloss sie ihr Studium der Musik- und Sprechtheaterregie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding ab, 2002 absolvierte sie ein Gastsemester am Moskauer Theaterinstitut GITIS. Seit ihrem Diplom arbeitet Nina Gühlstorff als freie Regisseurin u.a. in Dresden, Heidelberg, Osnabrück, Tübingen, Konstanz, Magdeburg, Basel und Jena. Neben ihrer Spezialisierung auf zeitgenössische Dramatik entwickelt sie seit 2004, teils gemeinsam mit Dorothea Schroeder und dem Nyx e.V., auch dokumentarische Theaterprojekte. Zurzeit ist sie als Regisseurin mit der Inszenierung “They cal me Jekisch” (2010) an einem deutsch-israelischen Kooperationsprojekt des Theater Heidelberg und des Teatron Beit Lessin  (gefördert aus dem Fonds Wanderlust der Kulturstiftung des Bundes) beteiligt und bereitet zusammen mit Dorothea Schreoder ein Recherche- und Theaterprojekt über Xenophobie am Anhaltischen Theater Dessau vor. Im Programm von HEIMSPIEL 2011 präsentiert sie gemeinsam mit Dorothea Schroeder das Projekt Der Dritte Weg (gefördert aus dem Fonds HEIMSPIEL der Kulturstiftung des Bundes).

Viola Hasselberg (D)

Regisseurin, Schauspieldirektorin Theater Freiburg

geboren in Bonn, studierte angewandte Theaterwissenschaft und Musik in Hildesheim und war dort auch als Schauspielerin beim Theater Aspik engagiert. Nach einem Forschungsstipendium in Krakau lehrte sie als Dozentin an der Universität Hildesheim. Im Jahr 1999 ging sie als Chefdramaturgin ans Luzerner Theater, 2003 als Dramaturgin ans Schauspiel Hannover. Seit der Spielzeit 2006/07 ist Viola Hasselberg Schauspieldirektorin und Leitende Dramaturgin am Theater Freiburg. Als Regisseurin und Dramaturgin betreute sie hier in der Spielzeit 2010/11 Produktionen wie z.B. „Familienkonferenz. Generationen Liebe“ (Regie) oder „Cabinet. Ein deutsch-türkischer Theaterbasar” (Dramaturgie). Im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 moderiert sie das Gespräch zum Thema Migration, Identitätspolitik und Theater und leitet ein Lab über die Forschungs- und Theaterprojekte am Theater Freiburg.
www.theater.freiburg.de

Carl Hegemann (D)

Philosoph, Professor für Dramaturgie Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig

geboren 1949 in Paderborn, ist seit 2006 Professor für Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig. Er studierte Philosophie, Gesellschafts- und Literaturwissenschaften in Frankfurt am Main und promovierte mit einer Arbeit über Deutschen Idealismus und Amerikanische Soziologie („Identität und Selbst-Zerstörung“ , Frankfurt/Main 1982), war Chefdramaturg an den diversen Stadttheatern und viele Jahre an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin (1992-95 und 1998-2005). Er ist Autor und Herausgeber u.a. der Bücher „Chance 2000 - Wähle dich selbst“ (mit Christoph Schlingensief, Köln 1998) und „Kapitalismus und Depression“ (3 Bände, Berlin 2000/2001). Er publiziert zudem regelmäßig Aufsätze und Interviews in Zeitungen (u. a. FAZ, taz, SZ, Die Zeit), Zeitschriften (u.a. Theaterheute, Theater der Zeit, Spiegel, Ästhetik und Kommunikation, Kursbuch, lettre international). In seinem Buch „Plädoyer für die unglückliche Liebe“ (Berlin 2005/2010) sind viele dieser Texte gesammelt. Im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 hält er einen Vortrag zum Thema Theater zwischen Kunst und Nicht-Kunst.

Guy Helminger (D)

Schriftsteller                         

geboren 1963 in Esch / Alzette (Luxemburg), seit 1985 wohnhaft in Köln. Studium der Germanistik und Philosophie in Luxemburg, Heidelberg und Köln. Arbeitete als Barkeeper, Schauspieler, Regieassistent und 3D-Grafiker. Im Juni-Juli 2006 war Guy Helminger als Stadtschreiber in Hyderabad (Indien), im Februar-März 2007 in Teheran im Rahmen des Projektes „westöstlicherdiwan“, im Dezember-Januar als „author in residence“ im Deutschen Haus in Sanaa (Jemen). Im Jahr 2002 erhielt er den „Prix Servais“, 2004 den „3sat-Preis“ und 2006 den Prix du mérite culturel seiner Heimatstadt Esch/Alzette.
Guy Helminger schreibt Lyrik, Prosa, Hörspiele und Theater. Letzte Veröffentlichungen:
„Etwas fehlt immer“ (Erzählungen) Suhrkamp 2005, „Morgen war schon“ (Roman) Suhrkamp 2007, „Eine Tasse für Nofretete Nilpferd“ (Kinderbuch) Bloomsbury/Berlin Verlag 2010, „Neubrasilien“ (Roman) Eichborn 2010, „Libellenterz. Gesammlte Gedichte“ Editions Phi 2010.

Pol Heyvaert (B)

Regisseur, Bühnenbildner

Pol Heyvaert begann seine Theaterlaufbahn als Bühnenbildner für eine Reihe von Produktionen wie „Moeder en Kind“ von der belgischen Kompagnie Victoria, „Bernadetje“ von Arne Sierens und Alain Platel sowie Lies Pauwels „White Star“, einer Performance mit professionellen und gehandicapten Performern. 1997 gründete er mit Felix Van Groeningen und Jonas Boel seine eigene Theatergruppe Kung Fu, deren Produktionen sich meist mit Phänomenen der Jugendkultur auseinandersetzte („Best Of“, „Discothèque“). 2005 inszenierte Pol Heyvaert das kontroverse Kindermörder-Stück „Aalst“, das auf einer Mischung von Fakten und Fiktion basierte und ein internationaler Erfolg wurde. 2008 brachte er „René“ heraus, ein Stück über Leben und Arbeit des Künstlers René Heyvaert, das derzeit durch Flandern und Holland tourt. Bei HEIMSPIEL 2011 leitet er den Workshop The Audition und zeigt seine jüngste Theaterarbeit Fuck My Life mit 15 Teenagern aus Cork.

Marijke Hoogenboom (NL)

Leiterin Forschungsgruppe Art Practice and Development, Amsterdam School of the Arts

wurde 2003 Professorin und Leiterin der neu gegründeten Gruppe Art Practice and Artistic Development an der Amsterdam School of the Arts. Zuvor war sie an der Gründung von DasArts beteiligt und fast acht Jahre lang Mitglied der künstlerischen Leitung. Hoogenboom ist eine gefragte Referentin, Moderatorin und Beraterin in den Bereichen Kunst und Kunsterziehung in den Niederlanden und anderen Ländern. Sie ist Mitglied im Grants Committee des Prince Bernard Cultural Fund und mitverantwortlich für die internationale Politik des holländischen Kulturrats. 2008 erhielt sie von der Dutch Stage Association den Marie-Kleine Gartman Pen für Künstler und Theaterkritiker. Bei HEIMSPIEL 2011 ist Marijke Hoogenboom als Korrespondentin an allen drei Tagen des Symposiums anwesend und resümiert im Rahmen der Summaries das Vormittagsgeschehen.
www.ahk.nl

Jörg van der Horst (D)

Kommunikationswissenschaftler, Pressesprecher Schauspiel Leipzig

geboren 1971 in Bocholt, ist Kommunikationswissenschaftler, freier Autor und seit der Spielzeit 2008/09 Pressesprecher am Schauspiel Leipzig. Zuvor war er von 2000 bis 2007 künstlerischer Mitarbeiter und Pressereferent von Christoph Schlingensief (u.a. für „Bitte liebt Österreich“, „U3000“, „Hamlet“, „Aktion 18“, „Church of Fear“, „Bambiland“, „Parsifal“, „Kunst&Gemüse“, „Der Animatograph“, „Area 7“, „Kaprow City“, „Der fliegende Holländer“). Außerdem nimmt er Lehraufträge im Studiengang Angewandte Kulturwissenschaften und am Institut für Kommunikationswissenschaft (IfK) der Universität Münster wahr.
www.schauspiel-leipzig.de

Ulrich Khuon (D)

Intendant der Bühne Deutsches Theater Berlin

geboren 1951 in Stuttgart, machte an der Universität Freiburg sein Staatsexamen in Jura, Germanistik und Theologie. Nach einigen Jahren als Theater- und Literaturkritiker bei der Badischen Zeitung wurde er 1980 Chefdramaturg und 1988 Intendant am Stadttheater Konstanz. 1993 wechselte Ulrich Khuon als Intendant ans Staatsschauspiel Hannover, 2000 ans Thalia Theater Hamburg, das unter seiner Leitung zweimal zum Theater des Jahres gewählt wurde, und 2009 ans Deutsche Theater Berlin. Er ist außerdem seit 1998 Jury-Mitglied für den Else-Lasker-Schüler-Preis, seit 1999 Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, seit 2002 Vorsitzender des Ausschusses für künstlerische Fragen im Deutschen Bühnenverein. 2008 wurde er in den Senat der Deutschen Nationalstiftung und in den Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels berufen.
www.deutschestheater.de

Lothar Kittstein (D)

Dramaturg, Dramatiker

wurde 1970 in Trier geboren und studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte in Hannover und Bonn. Nach seiner Promotion arbeitete er als Headhunter bei einer kleinen Unternehmensberatung. Seit 2003 schreibt er Theaterstücke: 2005 wurde «In einer mondhellen Winternacht» zu den Autorentheatertagen des Thalia Theaters nach Hamburg eingeladen und «Spargelzeit» am Theater Osnabrück aufgeführt. In der Spielzeit 2006/07 war Lothar Kittstein Dramaturg am Schauspiel Köln. 2010 hatte sein Stück «Haus des Friedens», das von drei Soldaten beim Auslandseinsatz handelt, am Theater Bonn Premiere. Im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 präsentiert er zusammen mit Bernhard Mikeska das Theaterprojekt „Remake : Rosemarie“, das im Fonds HEIMSPIEL der Kulturstiftung des Bundes gefördert wurde und 2009 am Schauspiel Frankfurt Premiere feierte.

Thorsten Krämer(D)

Schriftsteller

wurde 1971 in Wuppertal geboren und lebt in Köln. Er hat bislang vier Bücher veröffentlicht: "Ich heiße Hal Hartley" (1998), "Fast schon ein Glück" (1998), "Neue Musik aus Japan" (1999) und "The Democratic Forest" (2008). Im Sommer 2011 erscheint voraussichtlich "Der graue Cardigan". Seine Texte sind in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften erschienen; er schreibt regelmäßig für Radio und Fernsehen. Für seine literarischen Arbeiten wurde er u.a. mit dem Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln ausgezeichnet; zuletzt wurde seinem Beitrag "Vergessen wir nicht: den Übernächsten!" beim Essay-Wettbewerb des Bayrischen Rundfunks 2010 der zweite Preis zugesprochen. Thorsten Krämer studierte Allgemeine Sprachwissenschaft, Phonetik und Völkerkunde und macht seit 2010 eine Ausbildung zum Gestalttherapeuten. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 schreibt er für Mariano Pensottis Installation „Sometimes I Think, I Can See You“.

Olaf Kröck (D)

Dramaturg

geboren 1971 in Viersen, studierte Angewandte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim und war dort auch wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medien- und Theaterwissenschaft sowie Leiter des internationalen studentischen Austauschprogramms. 2000 hatte er die Künstlerische Leitung des 3. europäischen Theaterfestivals transeuropa in Hildesheim inne. Er war Dramaturg und Regisseur am Stadttheater Hildesheim, 2001-2004 Schauspieldramaturg und künstlerischer Leiter der Experimentierbühne UG am Luzerner Theater bei Barbara Mundel und von 2005 bis 2010 Dramaturg am Schauspiel Essen. Seit 2010 ist er Dramaturg am Schauspielhaus Bochum. Bei HEIMSPIEL 2011 moderiert Olaf Kröck eine Diskussion zum Thema Die Kunst, eine Versammlung zu organisieren.
www.schauspielhausbochum.de

Christiane Kühl (D)

Journalistin, Dramaturgin/Performerin

war von 1996-2006 Kulturredakteurin der tageszeitung (Berlin), des KulturSPIEGEL (Hamburg) sowie aktuelle Redakteurin bei radioeins/rbb (Potsdam). Heute arbeitet sie als freie Autorin und betreut redaktionell Publikationen wie das Magazin „herbst. Theorie zur Praxis“ des Festivals steirischer herbst. Als Jurymitglied war sie u.a. für das internationale polnische Theaterfestival „Kontakt“, den Heidelberger Stückemarkt sowie für den Berliner Hauptstadtkulturfonds tätig. Seit 2004 entwickelt sie als Autorin und Dramaturgin zusammen mit dem Videokünstler und Regisseur Chris Kondek Theaterproduktionen. Ihre Börsen-Performance „Dead Cat Bounce“, produziert von der Rotterdamse Schouwburg, wurde beim Festival Politik im Freien Theater 2005 ausgezeichnet. 2006 wurde „Hier ist der Apparat“ beim KunstenFestivaldesArts uraufgeführt; 2010 entstanden „Übermorgen ist zweifelhaft // 2012“ an den Münchner Kammerspielen sowie “Money – It Came From Outer Space” am Berliner HAU. Im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 moderiert Christiane Kühl die Salons.

Frank Van Laecke (B)

Autor und Regisseur

wurde 1958 in Gent geboren. Neben seiner Tätigkeit als erfolgreicher Autor von TV-Serien für das Flämische Fernsehen VRT hat er sich international einen Namen als Theater-, Opern- und Musicalregisseur sowie für großformatige Bühnenspektakel gemacht. Seine Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet und für Preise nominiert; 2009 wurde er in Belgien zum Regisseur des Jahres gewählt. Frank van Laecke inszeniert sowohl klassische Opernstoffe, zuletzt etwa Gounods „Faust“ und Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“, aber auch populäre Stoffe wie das Musical „Rembrandt“ oder Eigenkreationen wie „Piraten Piraten“, eine Produktion mit dem russischen und chinesischen Staatszirkus, die durch Europa tourt. Zusammen mit Alain Platel führte  er Regie bei der Theater- und Tanzproduktion Gardenia, die 2010 das Theaterfestival in Avignon eröffnete und im Programm von HEIMSPIEL 2011 zu sehen ist.
www.frankvanlaecke.be

Marold Langer-Philippsen (D)

Medienkünstler

geboren 1964 in München, ist tätig im Bereich zeitbasierte Künste, soziales, sensorisches und mediales Design mit Schwerpunkt auf Arbeiten im öffentlichen Raum. Er ist Autor von Theaterstücken, Lyrik und Unterhaltungsbeiträgen sowie experimentellen Radioarbeiten für ORF/BR/HR/NDR, das Medienkunstfestival Ars Electronica Linz (2002-10) sowie für freie Radios in Europa. Seine Projekte entstanden u.a. in Berlin, Bochum, Bordeaux, Bratislava, Dessau, Haifa, Halle, Lubljana, Melbourne, München, Paris, Riga, Rimini, Rom, Wien, Wittenberg, Zürich. Auswahl: „radiomaya" (2010), das Frühstücksradio der transmediale2010 – vier Tage über Utopie und Dystopie und das Ende des Maya-Kalenders 2012; „[funk]" (2009/10), ein kollektives Schau- und Hörspiel von/in/über Dessau in Zusammenarbeit mit Bauhaus Dessau, Anhaltisches Theater Dessau und der Kulturstiftung des Bundes; „RAETERADIO" (2008 ), die Ausrufung der Räterepublik 1918/2008 (ausgezeichnet mit dem Kurt-Eisner-Preis); "AN-GELA.DE", ein Projekt für und mit Jugendliche(n) über Formen der Politik und des Theaters mit aktuellen Mitteln aus darstellender und bildender Kunst am Thalia Theater Halle.
www.ml-philippsen.org

Dirk Laucke (D)

Autor, Regisseur

geboren 1982 in Schkeuditz (Sachsen), begann ein Studium der Psychologie in Leipzig, wechselte aber 2004 zum Studiengang Szenisches Schreiben bei Oliver Bukowski und Hans-Joachim Frank an die UdK Berlin. Mit dem Stück „alter ford escort dunkelblau“ wurde er 2006 zum Dramatikerworkshop beim Stückemarkt im Rahmen des Berliner Theatertreffens eingeladen und ein Jahr später für den Mülheimer Dramatikerpreis 2007 nominiert. Dirk Laucke schreibt im Auftrag verschiedener Theater in Osnabrück, Halle, Heidelberg, Dresden und Berlin. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. den Kleistförderpreis (2006) und den Dramatikerpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI (2010). 2009 erarbeitete er mit radikalen Fußballfans am Thalia Theater Halle das umstrittene HEIMSPIEL-geförderte Theaterstück „Ultras. Zurzeit führt Dirk Laucke zusammen mit Matthias Platz eine Recherche zu totalitären Ideologien durch und entwickelt die Gonzo-journalistische Reise „Angst und Abscheu in der BRD“.

Hans-Thies Lehmann (D)

Professor em. für Theaterwissenschaft Universität Frankfurt am Main

war seit 1988 bis zu seiner Emeritierung Professor für Theaterwissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zu seinen Publikationen gehören u.a. „Bertolt Brechts ‚Hauspostille’ – Text und kollektives Lesen“ (1978, zus. mit Helmut Lethen); „Theater und Mythos. Die Konstitution des Subjekts im Diskurs der antiken Tragödie“ (1991); „Postdramatisches Theater“ (1999, inzwischen ein Standardwerk und in 18 Sprachen übersetzt, „Heiner Müller Handbuch“ (Hg., zus. mit Patrick Primavesi, 2003). Hans-Thies Lehmann studierte zunächst Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Berlin und war Doktorand bei Peter Szondi bis zu dessen Tod. Nach seiner Promotion war er von 1979 bis 1982 Gastprofessor an der Universiteit van Amsterdam und von 1983 bis 1988 Hochschulassistent am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen, wo er als Mitarbeiter von Andzej Wirth erheblichen Anteil am praktischen Aufbau und der Gestaltung dieses Studiengangs hatte. Als Universitätsprofessor für Theaterwissenschaft an der J. W. Goethe-Universität Frankfurt/Main war er erheblich am Aufbau des Studiengangs Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie an der Gründung des Studiengangs Dramaturgie im Rahmen der Hessischen Theaterakademie beteiligt. Neben Gastprofessuren für Theaterwissenschaft in Paris, Kaunas/Litauen, Krakau und Virginia (USA) arbeitete Lehmann auch als Dramaturg für Jossi Wieler, Peter Palitzsch, Christof Nel, Theodoros Terzopoulos und realisierte eigene szenische Projekte. Er war und ist Mitglied verschiedener Gremien und Jurys, u.a. im Vorstand der Gesellschaft für Theaterwissenschaft und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Hans-Thies Lehmann lebt in Berlin. Im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 beteiligt er sich am kunstkritischen Panel Get down and party. Together.

Götz Leineweber (D)

Dramaturg Schauspiel Köln

geboren 1969 in Erlangen, ist seit 2007/8 Dramaturg am Schauspiel Köln. Er studierte Völkerkunde und Philosophie in Köln und anschließend Kulturjournalismus an der Hochschule der Künste in Berlin, gründete in Köln das wehrtheater, veranstaltete in Berlin den VIET NAM Kongress 2005 und verbrachte drei Jahre in der Dramaturgie der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Ausgewählte Produktionen bis 2007/08: „Der gesunde Raucher“ (van Gogh), „Der Ein-Euro-Abend“ (ohne Kuttner), „Krakatau“ (Schmidt), „Das große Fressen“ (Ferreri u.a.) und „Blut im Mund“ (Benn). Ausgewählte Produktionen ab 2007/08: „Fordlandia“ (Kühnel/Kuttner), „Radio Ro“ (Sienknecht), „Kölner Affäre“ (Hermanis, multiple Autorenschaft), „Der letzte Riesenalk“ (Viebrock/Ubenauf), „M.S. Adenauer“ (Kamerun), „noch nicht“ (Hofmann & Lindholm), „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“ (Scola) und „Monkey Sandwich“ (Vandekeybus). 2008 gründete Götz Leineweber zusammen mit Anna Horn die Rheinischen Rebellen am Schauspiel Köln, im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 betreut er Fast Forward, ein Pecha-Kucha-Event zum Abschluss der Workshops.

Matthias Lilienthal (D)

Künstlerischer Leiter des Theaters Hebbel am Ufer (HAU) Berlin

studierte Theaterwissenschaft, Geschichte und Germanistik. Von 1988 bis 1991 ist er Dramaturg am Theater Basel unter der Direktion Frank Baumbauers. Ende 1991 wird Lilienthal stellvertretender Intendant und Chefdramaturg unter Frank Castorf an der Volksbühne Berlin. 1999/2000 freie publizistische Tätigkeit mit Vorträgen u.a. in Tokyo, Krakau und Buenos Aires. Er erarbeitet mit Schlingensief die Konzeption des Wiener Projektes „Ausländer raus“. Im Sommer 2000 wird Lilienthal Mitglied der Akademie der Künste, im August 2000 zum Programmdirektor für „Theater der Welt 2002“ ernannt. Seit September 2003 ist Lilienthal künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Hebbel am Ufer, Berlin mit den Spielstätten HAU 1, HAU 2 und HAU 3. Zu den regelmäßig an diesem Theater arbeitenden Künstlern gehören das Regiekollektiv Rimini Protokoll, Constanza Macras, Hans-Werner Kroesinger und Mette Ingvartsen. Lilienthal entwickelte konzeptionell die legendären Theatertouren „X Wohnungen“ in verschiedenen Berliner Stadtteilen. Im Jahr 2004 wurde das Haus zum „Theater des Jahres“ gewählt, es erhielt 2007 für seine Startkampagne mit Neuköllner Boxern den „Designpreis der Bundesrepublik Deutschland“. Bei HEIMSPIEL 2011 beteiligt Lilienthal sich an der Paneldiskussion Theater als Langzeitprojekt.
www.hebbel-am-ufer.de

Maria Viktoria Linke (D)

Dramaturgin

wurde 1976 in Jena geboren, aufgewachsen ist sie in Ostberlin. Sie studierte Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaften und Journalistik in Berlin und Leipzig. Von 2005 bis 2009 war sie Dramaturgin am neuen theater Halle, konzipierte und hatte die künstlerische Leitung der Spielstätte riff club inne. Im Jahr 2006 war Linke künstlerische Leiterin des Internationalen Festivals junger Theater- und Performancekunst Stadt Deiner Liebe, Halle; 2008 kuratierte sie das Rahmenprogramm beim Internationalen Festival Theater der Welt, Halle. Seit 2007 moderiert Maria V. Linke das Kulturmagazin Echolot bei Radio Corax und ist seit der Spielzeit 2009/2010 Dramaturgin für Schauspiel und Projekte am Anhaltischen Theater Dessau und initiierte hier 2008 zusammen mit dem Medienkünstler Marold Langer Philippsen das HEIMSPIEL-geförderte Projekt „Funk“.
www.anhaltisches-theater.de

Geert Lovink (NL/AU)

Netzkritiker, Medientheoretiker, Amsterdam School of the Arts

ist Professor an der European Graduate School in Amsterdam, Forschungsprofessor ('lector') an der Amsterdam School of the Arts, wo er außerdem Gründungsdirektor des Institute of Network Cultures ist, sowie Associate Professor für Medienwissenschaften (neue Medien) an der Universität von Amsterdam. Lovink ist Autor der Bücher „Dark Fiber“ (2002), „My First Recession“ (2003) und „Zero Comments“ (2007, Dt. 2008) und zusammen mit Mieke Gerritzen Herausgeber des Buches „Everyone is a Designer in the Age of Social Media“ (2010). Seine frühen Schriften zum Internet mit Pit Schultz sind 2010 unter dem Titel „Jugendjahre der Netzkritik“ auf Deutsch erschienen. Er organisierte zuletzt Veranstaltungen und Publikationen zum kritischen Umgang mit Wikipedia, zur politischen Rolle und Ästhetik von Online-Videos, zur Suche nach und Ökonomie von Open Content ('freies Wissen'). Sein nächstes Buch untersucht die 'Hermeneutik der Massen' im Web 2.0 und ihre wachsende Bedeutung, ausgreifende Kommentarkulturen sowie die  veränderte Rolle der neuen Medien (-wissenschaften) in den Geisteswissenschaften. Seine Email-Adresse ist: Turn on JavaScript! und der Link zu seinem Blog: www.networkcultures.org/geert

Anne Maase (D)

Mitarbeiterin Kulturstiftung des Bundes

geboren 1974, ist seit 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kulturstiftung des Bundes. Sie studierte Soziologie, Politologie und Psychologie in Frankfurt/Main und Belfast sowie Kultur- und Medienmanagement in Berlin. Als Lektorin, Dozentin und Projektmanagerin war sie unter anderem für den Campus Verlag, den Aufbau Verlag und die Max-Planck-Gesellschaft tätig. 2003 bis 2006 arbeitete sie als Projektmanagerin im Ausstellungsbüro Iglhaut + von Grote und bis 2009 als Kultur- und Medienreferentin der Grünen Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.
www.kulturstiftung-bund.de

Florian Malzacher (A)

Kurator steirischer herbst

wurde 1970 geboren und studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Von 2000 bis 2005 arbeitete er vor allem als Theaterkritiker und Kulturjournalist, u.a. für die Frankfurter Rundschau, taz, Theaterheute, ballettanz. Er beteiligt sich an Publikationen, ist Mitherausgeber von Anthologien über die Performance-Kollektive Forced Entertainment und Rimini Protokoll und Gründungsmitglied des freien Kuratorenkollektivs Unfriendly Takeover. Seit Winter 2005 arbeitet er als Leitender Dramaturg und Kurator für das Kunstfestival steirischer herbst in Graz und seit 2009/10 als freier Dramaturg am Burgtheater Wien. Florian Malzacher gehörte dem künstlerischen Beirat des Festivals HEIMSPIEL 2011 an.

Sybille Meier (D)

Dramaturgin Schauspiel Köln

geboren 1971 bei Freiburg, ist seit 2007/08 Dramaturgin am Schauspiel Köln, wo sie u. a. kontinuierlich mit SIGNA, Antonio Latella und Jette Steckel arbeitet. Sie studierte Germanistik, Latein und Altgriechisch an der Universität Heidelberg und gründete während des Studiums die freie Gruppe Perfides Theater. Nach wissenschaftlicher Tätigkeit und Regieassistenzen am Theater der Stadt Heidelberg folgte 1999 das Engagement als Dramaturgin am Theater an der Ruhr unter Leitung von Roberto Ciulli und Helmut Schäfer. 2001 wechselte sie als Dramaturgin an das Düsseldorfer Schauspielhaus unter der Intendanz von Anna Badora und arbeitete hier fünf Spielzeiten mit dem Schwerpunkt internationale Theaterarbeit. Lehrtätigkeit an der Zürcher Hochschule der Künste. Im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 moderiert Sybille Meier das Publikumsgespräch zum Gastspiel Der Dritte Weg aus Jena.
www.schauspielkoeln.de

Markus Miessen (D)

Architekt, Autor

geboren 1978, gründete nach dem Architekturstudium in Glasgow und London 2002 das Studio Miessen, eine Agentur für Raum-Praxis und Kulturanalyse. 2007 war er Gründungsmitglied der Berliner Architektengruppe nOffice, die an einer Serie internationaler Projekte arbeitet, darunter eine Bibliothek und ein Kulturzentrum für den Kurator Hans-Ulrich Obrist. Als Autor und Herausgeber verantwortet Markus Miessen mehrere Publikationen, u.a. den Reader „Did Someone Say Participate“ (2006) und zuletzt „The Nightmare of Participation“ (2010). Er unterrichtet an verschiedenen internationalen Hochschulen, darunter als Gastprofessor für Ausstellungsdesign und kuratorische Praxis an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, an welcher er auch das Forschungsprojekt „The Archive as Productive Space of Conflict“ betreut. Im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 spricht er anlässlich der Vernissage der Archive über The Nightmare of Participation und moderiert ein Künstlergespräch mit Rabih Mroué. Markus Miessen lebt zwischen Berlin, London und dem Nahen Osten.
www.studiomiessen.com
www.nOffice.eu

Bernhard Mikeska (D/CH)

Regisseur

wurde in München geboren und wechselte nach seiner Promotion in Physik über Komplexe Systeme zum Theater. Als Regieassistent arbeitete er am Deutschen Schauspielhaus Hamburg für Anselm Weber und Jossi Wieler. Seit 2005 realisiert er mit dem Bühnenbildner Dominic Huber als mikeska:plus:blendwerk installative Theaterabende in Zürich. Die Arbeit „Rashamon :: truth lies next door“ (2006) wurde weltweit gezeigt, u.a. beim Fadjr Festival Teheran, in Krakow/Polen, am HAU Berlin, beim Festival Impulse und den Hamburger Autorentheatertagen. Mit dem Autor Lothar Kittstein entwickelt er theatrale Raum-Zeit-Systeme, die die Rolle des Zuschauers neu zu definieren suchen, zuletzt „Opening night :: Orphée“ (2010) und das HEIMSPIEL-Projekt „Remake :: Rosemarie“ (2009). Bernhard Mikeska lebt in Berlin und Zürich.

Rabih Mroué (RL)

Regisseur, Performance-Künstler

geboren 1967 in Beirut, lebt und arbeitet als Schauspieler, Regisseur und Autor im Libanon. Seit 1990 bringt Rabih Mroué eigene Stücke, Performances und Videos heraus. Auf der Suche nach neuen und zeitgemäßen Theatersprachen stellt Mroué das Phänomen Theater selbst in Frage und erforscht das Verhältnis von Performer und Publikum. Seine semi-dokumentarischen Arbeiten, die seit der Jahrtausendwende auf internationalen Festivals und auch immer wieder im deutschsprachigen Raum gezeigt wurden, wie z. B. bei Theater der Welt oder dem Festival Theaterformen in Hannover/Braunschweig, beschäftigen sich mit zeitpolitisch relevanten Themen, die im politischen Klima des Libanon unter den Tisch fallen, wie z. B. der Darstellbarkeit von Krieg und Politik mit den Mitteln der Kunst.

Tobi Müller (D)

Journalist

wurde 1970 in Solothurn geboren und hat in Zürich und Berlin studiert. Nach zehn Jahren in Kulturredaktionen von Printmedien (NZZ, Tages-Anzeiger) und des Fernsehens (SF-Kulturplatz), lebt er mittlerweile als freier Autor in Berlin. Er publiziert u.a. im Zürcher Tages-Anzeiger, der Frankfurter Rundschau, Theaterheute, arbeitet redaktionell für Deutschlandradio Kultur und das Schweizer Fernsehen und leitet jeden Monat das Werkstattgespräch „Sounddaten“ im Roten Salon der Volksbühne in Berlin. Seine Themenschwerpunkte liegen im Schauspiel und in der Popmusik. Bei HEIMSPIEL 2011 hat Tobi Müller die Gesprächsleitung der Panels Get down and party. Together. Partizipation in der Kunst seit den Neunzigern und Theater als Langzeitprojekt inne. Er moderiert zudem das Publikumsgespräch zum Gastspiel Der Dritte Weg. Eine theatrale Demonstration.

Barbara Mundel (D)

Dramaturgin, Intendantin des Theater Freiburg

geboren in Hildesheim, war nach dem Studium der Neueren Deutschen Literatur, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft ab 1988 als Dramaturgin und Regisseurin am Theater Basel engagiert. Neben einer Gastprofessur am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften in Giessen und einem Lehrauftrag für Theaterregie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/M. arbeitete sie als Dramaturgin u.a. mit Herbert Wernicke, Frank Castorf, Johann Kresnik, Christoph Schlingensief und Christoph Marthaler zusammen und führte selber in Musiktheaterproduktionen an der Oper Frankfurt und bei den Salzburger Festspielen Regie. In den 1990er Jahren gehörte sie zum Leitungsteam der Volksbühne, ab 1999 war sie Direktorin des Theaters Luzern und ab 2004 Chefdramaturgin an den Münchner Kammerspielen. Seit 2006 ist sie Intendantin des Theater Freiburg, wo sie zuletzt u.a. Debatten und Projekte zum „Stadttheater der Zukunft“ anregte.
www.theater.freiburg.de

Anja Nathan-Dorn (D)

Direktorin Kölnischer Kunstverein (zusammen mit Kathrin Jentjens)

geboren 1971 in Köln, leitet seit 2007 gemeinsam mit Kathrin Jentjens den Kölnischen Kunstverein. Zuvor war sie als freie Kunstkritikerin und Kuratorin tätig. Sie realisierte Projekte u.a. mit Mark Bain, Diedrich Diederichsen, Judith Hopf, Michael Krebber, Angela Melitpoulos, Deimantas Narkevicius, Stephanie Thiersch und vielen anderen.
www.koelnischerkunstverein.de

Alexander Nikolic (A)

Medienkünstler

geboren 1973, studiert an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und ist Medienkünstler und Performer mit Forschungs- und Arbeitsschwerpunkt auf den Allianzen von Kunst und Aktivismus. Er hat verschiedene cross-media Projekte realisiert wie z.B. „Under the Bridge Beograd“, „serious pop“, „camp“ oder „SLUM-TV“, letzteres zusammen mit Lukas Pusch und Sam Hopkins. Alexander Nikolic betreibt seit 2010 zusammen mit Martin Hollerweger und Michael Kalivoda den Arbeiterclub BOEM in Wien, in dem er Events organisiert, bei denen sich politische und künstlerische Anliegen überlagern. 2010 organisierte er außerdem im Auftrag der Wiener Festwochen die Aktion „Bed and Breakfast“, die Festivalbesucher für einen Tag bei ex-jugoslawischen Familien in Wien unterbrachte.
www.boem.postism.org

Dirk Pauwels (B)

Regisseur, Theaterleiter

ist ein flämisch Regisseur und leitet seit 2008 das Produktionshaus CAMPO in Gent. Er war Mitgründer der flämischen Theatergruppe Radels, ging 1984 als Regisseur an das Nieuwpoorttheater in Gent, übernahm 1992 dessen Leitung und gründete im selben Jahr das Victoria, ein eigenes Haus für experimentelles Theater. Von 1992 bis 2008 initiierte und produzierte er als Direktor des Victoria diverse Arbeiten von internationalen Künstlern wie z.B. Alain Platels „Moeder & Kind“ (1995), „Bernadetje“ (1996) und „Allemaal Indiaan“ (1999), Josse de Pauws „üBUNG“ (2001), Tim Etchells „That Night Follows Day” (2007) und Gob Squads „Before Your Very Eyes (2011), „NIGHTSHADE“ (2006) sowie neue Arbeiten der Choreografen, Tänzer und Performer Jérôme Bel, Jan Decorte und Jacob Wren. 2008 übernahm Dirk Pauwels die künstlerische Direktion des neu gegründeten Produktionshauses CAMPO in Gent, dem das Victoria, das Nieuwpoorttheater und das Theater- und Forschungslabor Boma angehören. Dirk Pauwels ist Mentor im Newcomer-Projekt „Connections“ des Spielart-Festivals in München, er hält im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 den Eröffnungsvortrag zum Symposium.
www.campo.nu

Mariano Pensotti (RA)

Autor, Regisseur

geboren 1973 in Buenos Aires, studierte Szenisches Schreiben bei Daniel Veronese und Alejandro Tantanian sowie Regie bei Rubén Szuchmacher. In Europa wurde er durch Arbeiten wie z.B. „El pasado es un animal grotesco“ (The Oast is a grotesque animal, 2010) und „La Marea (2005) bekannt. In einigen seiner Inszenierungen stellt Mariano Pensotti den expressiven Gebrauch des Videos als narratives Element der Live-Aufführung gegenüber, in anderen fokussiert er die Grenzen des Theaters. In jüngster Zeit beschäftigt sich Mariano Pensotti mit der Erarbeitung ortsspezifischer Performances und urbanen Interventionen, die Fiktionen in einem realen Kontext Wirklichkeit werden lassen. In der Spielzeit 2010/11 inszenierte er die „Enzyklopädie des ungelebten Lebens“ für das Kunstfestival steirischer herbst und realisierte die ortsspezifische Videoinstallation Sometines I think, I can see you für das von Lola Arias und Stefan Kaegi kuratierte Festival Ciudades Paralelas (Parallele Städte), das im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 erstmals als 'durational performance' realisiert wird.

Sibylle Peters (D)

Projektemacherin zwischen Kulturwissenschaft und Theater

Dr. phil, ist derzeit Projektleiterin in der Forschergruppe „Interactive Science“ am ZMI Universität Gießen und leitet das Forschungstheater im FUNDUS Theater Hamburg. Sie studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Hamburg und ist seit 1997 in Forschung und Lehre an den Universitäten in Hamburg, München, Wales, Basel und Berlin (FU) tätig. Als Performerin und Regisseurin hat sie zahlreiche Projekte realisiert – u.a. mit der geheimagentur. Ihre Schwerpunkte in Forschung und künstlerischer Produktion sind u.a. der Vortrag als Performance, der mediale Gebrauch der Zeit, transdisziplinäre Forschungsprozesse, Theatralität der Evidenz, Theorie des Unwahrscheinlichkeitsdrives. Sie ist Mitherausgeberin von "Szenen des Vorhangs – Schnittflächen der Künste", Freiburg 2008 (hg. mit G. Brandstetter) und "Prognosen über Bewegungen", Berlin 2009 (hg. mit G. Brandstetter und K. van Eikels). Im Jahr 2011 erscheint ihr Buch „Der Vortrag als Performance". Im Symposium bei HEIMSPIEL 2011 stellt Sibylle Peters Theater- und Forschungsprojekte vor, die sie mit Kindern entwickelt hat.
www.fundus-theater.de

Alain Platel (B)

Heilpädagoge, Choreograf

geboren 1956 in Gent, arbeitete nach einer Ausbildung zum Heilpädagogen fünf Jahre lang als Therapeut für schwer behinderte Kinder. Als Regisseur und Choreograf ist er Autodidakt. 1984 gehörte er zu den Mitbegründern des Kollektivs les ballets C de la B in Gent. Mit Produktionen wie „Emma“ (1988), „Bonjour Madame“ (1993), „La Tristeza Complice“ (1995), „Bernadetje“ (1996), „Iets op Bach“ (1998) oder „Allemaal Indiaan“ (1999) wurde Platel international berühmt. 2004 war er mit der Ruhrtriennale-Produktion „Wolf“ zum Berliner Theatertreffen eingeladen und gastierte 2006 mit „vsprs“ an der Berliner Staatsoper. Für seine Arbeiten erhielt Alain Platel zahlreiche Preise, u.a. den Europäischen Theaterpreis für sein Lebenswerk (2004). Platels Choreografien zeichnen sich durch die Diversität seiner Ensembles und die sehr unterschiedlichen physischen Fähigkeiten und Bewegungsstilen seiner Tänzer und Darsteller aus. Das gilt auch für seine jüngste Arbeit Gardenia, die Platel zusammen mit neun älteren Darstellern entwickelt und zusammen mit Frank Van Laecke inszeniert hat.

Marta Popivoda (SRB)

Filmemacherin, Mitglied TkH (Walking Theory)

geboren 1982 in Belgrad, ist Filme- und Videomacherin und Kulturarbeiterin aus Belgrad. Sie ist Mitglied des Redaktionskollektivs und Programmkoordinatorin der TkH-Plattform. In ihren Einzelprojekten erforscht sie Kino als Medium und Format zeitgenössischer Kunst und als Werkzeug zur Wissensproduktion. Ihre bekannteste Arbeit ist „illegal_cinema“ (2007-...), die in Frankreich, der Türkei, Spanien, Kroatien und Serbien gezeigt worden ist. Sie ist Initiatorin und Ko-Autorin mehrerer Projekte, die sich mit Themen der Selbstbildung auseinandersetzen, z.B. „Deschooling Classroom“ und „Knowledge Smuggling“.
www.tkh-generator.net

Marc Prätsch (D)

Regisseur und Leiter des Jungen Theater Hannover

wurde 1971 in Hamburg geboren, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und arbeitete ab 2003 als Schauspieler und Regisseur an Theatern in Hildesheim, Freiburg, Dresden und Hannover. In seinen Inszenierungen arbeitet Marc Prätsch häufig mit jugendlichen Darstellern zusammen. So entstand seine Inszenierung von Schillers „Die Räuber“ mit Berufsschülern am Stadttheater Hildesheim und die Rap-Oper „Culture Clash – Die Entführung“ nach Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ mit 70 Jugendlichen an der Staatsoper Hannover. 2010 kam seine HEIMSPIEL-geförderte Arbeit Trollmanns Kampf – Mer Zikrales" am Schauspiel Hannover heraus, an welchem er außerdem seit der Spielzeit 2010/11 das Junge Schauspiel leitet.
www.staatstheater-hannover.de/schauspiel/

QUARANTINE (UK) 

Künstlergruppe

Quarantine ist eine von den Regisseuren Richard Gregory und Renny O’Shea geleitete Künstlergruppe aus dem Vereinigten Königreich. Die Gruppe realisiert Projekte im Bereich Theater, Performance und anderer öffentlicher Veranstaltungen. Quarantines Arbeit handelt von dem Hier und Jetzt. Virtuosen und Experten sind genauso an ihrer Arbeit beteiligt wie Menschen, die niemals zuvor mit Kunst zu tun gehabt haben. Häufig nicht als Theater erkennbar, bestanden bisherige Projekte z.B. in gemeinsamen Mahlzeiten, Familienfeiern und einer Reise in die Dunkelheit für jeweils eine Person, sowie Bühnenaufführungen vor einem sitzenden Publikum.
www.qtine.com

Richard Gregory (GB)

Regisseur, Künstlerischer Direktor Quarantine (zusammen mit Renny O'Shea)

gründete 1998 zusammen mit der Regisseurin Renny O'Shea und dem Bühnenbildner Simon Banham die Theatertruppe Quarantine in Salford/Manchester. Meistens bilden persönliche Geschichten und Erfahrungen echter Menschen statt fiktionaler Charaktere die Basis ihrer genreübergreifenden Produktionen. In „Old people, children and animals“ brachen sie die alte Theaterregel „niemals Kinder und Tiere auf der Bühne“ und versammelten für das Projekt gezielt Rentner, Teenager, zwei Vierjährige und einige Tiere.

Renny O´Shea (UK)

Künstlerin, Regisseurin und Mitglied von Quarantine

Renny arbeitet seit 2000 zusammen mit Quarantine, unter anderem bei den Produktionen „EatEat, Rantsoen“ (eine Koproduktion mit Victoria in Gent, Belgien), „Domestic Science“ (mit Richard Gregory), Susan & Darren (mit Richard Gregory) und „Something a Taxi Driver in Liverpool said…“. Zusammen mit Richard Gregory kuratierte sie „Coming and going“, und jüngst produzierte sie „The Soldier’s Song“, eine Installation mit und über Soldaten im Dienst. Zurzeit entwickelt sie ein Projekt für das National Theatre Wales in 2011 und arbeitet mit der Pekinger Künstlergruppe Arrow Factory zusammen. 2005 erstellte O’Shea die Klanginstallation „Playing Field“, bei der Studenten aus Manchester, Trinidad, Eritrea und Indien zusammengebracht wurden. Mehr als drei Jahre lang arbeitete sie mit Enrique Vargas und Teatro de Los Sentidos bei LIFT London, in Modena und Rimini in Italien zusammen.

Pascal Rambert (F)

Autor, Regisseur, Choreograf

wurde zunächst von Pina Bausch und Claude Regy beeinflusst und begann 1982, seine eigenen Stücke zu schreiben und zu inszenieren. 1984 gründete er seine Theatergruppe Side One Posthume Théâtre. Seine Stücke entstanden in Frankreich, Europa, den Vereinigten Staaten und Japan. Er dozierte an verschiedenen amerikanischen Universitäten und dem Institute of Dramatics Arts in Damaskus. 1985 schrieb und inszenierte er „Météorologie”, das mit dem USA Special Price ausgezeichnet wurde, 1989 „Les Parisiens“, 1998 „L’Epopée de Gilgamesh”, 2004 „Paradis (un temps à déplier)”, 2005 “le début de l’A.” und “AFTER/BEFORE”; bei “Philomela”, einer Oper von James Dillon, führte er Regie sowie 2006 bei “Un garcon debout” (Choreographie: Rachid Ouramdane) und 2009 bei „Armide“ von Jean-Baptiste Lully mit dem Mercury Baroque Ensemble in Houston. Seine erste Choreographie „Libido Sciendi“  wurde 2008 beim Montpellier Danse Festival uraufgeführt. „Une (micro) histoire économique du monde, dansée” mit Chor und 30 Laien entstand 2010 in Gennevilliers und wurde in Fujimi, Shizuoka and Miyazaki gezeigt. Außerdem arbeitet er als Kurzfilmregisseur, dessen Filme regelmäßig auf Festivals in Pantin, Miami oder Locarno gezeigt werden. Sein letzter Film „Premier Anniversaire” (2008) wurde bei dem 62. Locarno International Film Festival 2009 gezeigt. Seit Januar 2007 ist Pascal Rambert Intendant des Théâtre de Gennevilliers - Centre Dramatique National de Création Contemporaine.
www.theatre2gennevilliers.com

Elisabeth Rank (D)

Autorin, Bloggerin

wurde 1984 in Berlin geboren und lebt auch dort. Tagsüber arbeitet sie als Online Konzeptionerin in einer Berliner Agentur für Digitale Markenführung, abends schreibt sie Texte für unterschiedliche Medien. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten in mehreren Anthologien und bloggt unter www.lisarank.de. 2010 erschien bei Suhrkamp ihr erster Roman. “Und im Zweifel für dich selbst” erzählt die Geschichte zweier Frauen, die nach einem Todesfall versuchen, der Trauer mit einer Reise ans Meer zu begegnen. Designer HD Schellnack schrieb darüber: “Ihr gelingt das nicht zu unterschätzende Kunststück, ihren sensiblen Stil, der von der Vignette, dem oft hingehauchten und geheimnisvoll Alltäglichen lebt, auf rund 200 Seiten zu strecken, ohne dass es sich nach «Extended Club Mix» anfühlt.” Elisabeth Rank glaubt, dass es immer mehr als eine Sache gibt, über die es sich zu reden lohnt.

Matthias Rick (D)

Architekt

wurde 1965 in Versmold geboren und studierte Architektur an der TU Berlin. Von 1991 bis 1998 war er Mitglied der Musik- und Performancegruppe Moorpaul, 1997 gründete er das Institut für angewandte Baukunst, seit 2002 gehört er zum interdisziplinären Arbeitsteam für Architektur und Städteplanung raumlabor berlin. Er arbeitet seit 2005 als freischaffender Architekt und hat seit 2009 eine Professur an der Akademie für Kunst, Architektur und Design in Prag inne. Mit Benjamin Förster Baldenius, Cora Hegewald und dem Thalia Theater in Halle entwarf und realisierte er 2003 das Theater- und Stadtprojekt „Hotel Neustadt“ in Halle, das überregional für Aufsehen sorgte. Seither entwirft und entwickelt er regelmäßig Theaterprojekte, zuletzt das HEIMSPIEL-Projekt Eichbaum-Oper zusammen mit dem Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, dem Ringlokschuppen in Mülheim und dem Schauspiel Essen.
www.raumlabor.net

Rimini Protokoll (D)

Label, Künstlerkollektiv

Helgard Haug, geboren 1969, Stefan Kaegi, geboren 1972, und Daniel Wetzel, Jahrgang 1969, haben am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft studiert und arbeiten in unterschiedlichen Konstellationen unter dem Label Rimini Protokoll. Sie gelten als die „Protagonisten und Begründer eines neuen Reality Trends auf den Bühnen“ (Theater der Zeit), der die junge Theaterszene geprägt hat. Die Arbeiten finden in der bunten Zone zwischen Realität und Fiktion statt und haben international Aufmerksamkeit erregt. Seit 2000 entwickeln sie auf der Bühne und im Stadtraum ihr Experten-Theater, das nicht Laien, sondern Experten des Alltags ins Zentrum stellt. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Weiterentwicklung der Mittel des Theaters, ungewöhnliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen. Den Proben zu den Stücken gehen umfangreiche Recherche-, Casting- und Konzeptionsprozesse voraus, die ca. 2/3 des Arbeitsprozesses ausmachen. Seit 2004 haben Rimini Protokoll im Hebbel am Ufer ein Büro. Ihre Stücke, Hörspiele und Theaterprojekte wurden vielfach mit deutschen und europäischen Preisen ausgezeichnet.
www.rimini-protokoll.de

Dorothea Schroeder (D)

Regisseurin

wurde in Mettmann (Nordrhein-Westfalen) geboren. Nach mehreren Hospitanzen, Assistenzen und humanitärer Arbeit in einem kroatischen Flüchtlingslager begann sie 1997 ein Regiestudium an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München, das sie 2001 mit dem Diplom abschloss. Seither arbeitet sie als freie Regisseurin u.a. in Hannover, Halle, Osnabrück, München, Linz, Augsburg, Berlin, St. Gallen, Heidelberg, Jena und Belgrad. Gemeinsam mit Nina Gülstorff leitete Dorothea Schroeder das Festival für zeitgenössische Dramatik Spieltriebe am Theater Osnabrück. Zurzeit bereitet sie zusammen mit Nina Gühlstorff ein Recherche- und Theaterprojekt über Xenophobie am Anhaltischen Theater Dessau vor. Im Programm von HEIMSPIEL 2011 präsentiert sie gemeinsam mit Nina Gühlstorff das Projekt Der Dritte Weg (gefördert aus dem Fonds HEIMSPIEL der Kulturstiftung des Bundes).

Berit Schuck (D)

Kuratorin

geboren 1970 in Bremen, betreut als künstlerische Leiterin das Festival HEIMSPIEL 2011 für die Kulturstiftung des Bundes. Nach ihrem Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft und französischen Philologie an der FU Berlin, der Duke University (NC) und der Université Paris VIII. konzipierte, kuratierte und leitete sie verschiedene  Projekte im Bereich Literatur und Theater. 2005 wechselte sie an das Thalia Theater Halle, wo sie als Projektleiterin u.a. das Festival Comic meets theater (2006), das Crossmedia-Projekt „Silberhöhe gibt’s nich mehr“ (2007/08) und das chorische Projekt „Orpheus in der Unterwelt“ (2008) betreute. 2008/09 war sie künstlerische Leitung der deutsch-arabischen Kulturorganisation West-Östlicher Diwan, 2009/10 kuratierte sie zusammen mit dem Goethe-Institut Alexandria das Programm  „Chasing Shadows“ für das Forum unabhängiger Theatergruppen in Ägypten.

Serotonin (D)

Autorenduo, Künstlerkollektiv

wurde 2002 von Marie-Luise Goerke  und Matthias Pusch gegründet. Serotonin schreibt und realisiert Original-Hörspiele, Features und Hörbücher. Marie-Luise Goerke ist bei Serotonin eher für den Text, Matthias Pusch eher für Tontechnik und Musik zuständig. Doch es ist gewollt und Programm, dass es bei Serotonin im arbeitsteiligen Sinne keine tatsächliche Trennung der einzelnen Bereiche Script, Aufnahme, Regie, Musik, Produktion gibt. Als Original-Hörspiel für den WDR veröffentlichte das Duo zuletzt „Überwachen & Mahnen“ (2007) und „Kleine Geschäfte oder: Umkehrung der Verhältnisse“ (2009), welche durch die Filmstiftung NRW gefördert wurden. Als Feature-Produktion für den SWR veröffentlichte Serotonin zuletzt „Gymnastik und Electricität – Der kleine Prinz Wilhelm“ (2007) und „Tokios digitale Tagelöhner“ (WDR+SWR+DLR 2011). Das Hörspiel „Scheitern für Fortgeschrittene“ (WDR 2004) wurde 2006 mit dem 2. Platz beim PRIX HÖRVERLAG ausgezeichnet, erschien 2007 als Hörbuch (DAV) und wurde 2008 im Volkstheater München als Theaterfassung uraufgeführt.

Marie-Luise Goerke (D)

Hörspielregisseurin, Autorin

ist Japanologin und Germanistin und studierte an der Freien Universität Berlin und an der Kyoto University in Japan. Nach journalistischer Tätigkeit im Bereich Print und Rundfunk ist sie seit 1998 für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als Autorin und Hörspielregisseurin tätig. Seit 2002 veröffentlichte sie zahlreiche Original-Hörspiele, Feature- und Hörbuchproduktionen im Autorenduo Serotonin, siehe Biografie Serotonin.

Matthias Pusch (D)

Hörspielregisseur, Musiker

studierte Elektrotechnik an der TU-Berlin und ging 1991 mit einem Sonderaustauschprogramm-Stipendium an die Tokyo University in Japan. Nach Abschluss des Studiums war er als Computergrafiker und 3D-Animator u.a. für BMW, Sony und die Expo 2000 tätig. Seit 2002 arbeitet er als Regisseur, Hörspielproduzent und Musiker für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und für Hörbuchverlage und veröffentlicht Original-Hörspiele, Feature-, und Hörbuchproduktionen im Autorenduo Serotonin, siehe Biografie Serotonin.

Boris Sieverts (D)

Künstler

geboren 1969, studierte Kunst in Düsseldorf und arbeitete anschließend einige Jahre als Schäfer sowie in Architekturbüros in Köln und Bonn. Seit 1997 betreibt er ein Büro für Städtereisen in Köln, das „Verführung zum genauen Hinschauen“, Stadtspaziergänge zu unwirtlichen Orten organisiert. Er erhielt Lehraufträge in Nantes, Leipzig, Toulon, Kassel, Arnheim, Portland und andernorts und war an Ausstellungen in Deutschland, Frankreich und den USA beteiligt. Für das Programm RUHR.2010 entwickelte Sieverts die geführte Wanderung „A40 – Eine Reise“, die er im Salon City-Scape, City-Life" des Festivals HEIMSPIEL 2011 noch einmal in Worten und Bildern präsentiert.

SIGNA (DK)

Künstlerkollektiv

das in Dänemark ansässige Künstlertrio SIGNA besteht aus der dänischen Performance-Installationskünstlerin Signa Köstler, geboren 1975, dem österreichischen Medien- und Performancekünstler Arthur Köstler, geboren 1972, und dem schwedischen Architekten und Bühnenbildner Thomas Bo Nillson, geboren 1981. Die „Performance-Installationen“ des Trios zählen weltweit zu den außergewöhnlichsten und innovativsten Kunstprojekten der skandinavischen Theaterszene innerhalb der letzten Jahre, doch lässt sich diese Arbeit nicht ohne weiteres einer bestimmten Kategorie zuordnen, da SIGNA ein vielfältiges Spektrum an verschiedenen Kunstformen miteinander verknüpft. Das Grundkonzept ihrer künstlerischen Inszenierungen basiert jedoch auf Installation. Sie arbeiten ortsspezifisch und dem jeweiligen Raum angepasst, indem sie verlassene, leerstehende Gebäude und Gelände neu definieren und in einen von der Zeit losgelösten theatralen Raum verwandeln, in eine künstliche Welt, die das Publikum erforscht und in der es sich aufhält. Im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 leiten Signa und Arthur Köstler den Workshop The Construction of Situations.
www.signa.dk

Tom Stromberg (D)

Festivalleiter, Produzent

wurde 1960 in Wilhelmshaven geboren. Er war u.a. Intendant am Theater Am Turm (TAT) in Frankfurt, Künstlerischer Leiter des Kulturprogramms der EXPO 2000 in Hannover und von 2000 bis 2005 Intendant des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, das für die Spielzeit 2004/05 unter seiner Leitung zum Theater des Jahres gewählt wurde. Zusammen mit Peter Zadek und Antje Landshoff-Ellermann gründete er die Theaterproduktionsgesellschaft wasihrwollt Productions GmbH. Zurzeit erarbeitet Tom Stromberg Theaterproduktionen zusammen mit Jan Bosse, Jérôme Bel, Laurent Chétouane, Stefan Pucher und leitet seit 2006 gemeinsam mit Matthias von Hartz das Theater Festival Impulse.

Mark Terkessidis (D)

Publizist, Autor

wurde 1966 geboren, studierte Psychologie und promovierte in Pädagogik über den Umgang mit Rassismus in der zweiten Migrantengeneration. Von 1992 bis 1994 war er Redakteur der Zeitschrift Spex, er publizierte seither mehrere Bücher über Popkultur, Migration und Rassismus wie zum Beispiel „Mainstream der Minderheiten“ (1996) und ist Mitbegründer des Institute for Studies in Visual Culture (ISVC) in Köln (2000). Heute schreibt er u.a. für die taz, den Tagesspiegel, die Zeit und Literaturen sowie für den WDR und Deutschlandfunk. Mark Terkessidis lebt in Berlin und Köln.

Rita Thiele (D)

Dramaturgin, Stellvertretende Intendantin Schauspiel Köln

geboren 1954 in Essen, studierte Geschichte, Germanistik, Theaterwissenschaften an der Universität Köln. Nach Engagements am Landestheater Tübingen und an den Bühnen der Stadt Kiel wechselte sie 1990 als Dramaturgin und Direktionsmitglied an das Burgtheater Wien unter der Intendanz von Claus Peymann und war in dieser Zeit Produktionsdramaturgin u.a. bei Karin Henkel, Peter Palitzsch, Claus Peymann, Einar Schleef („Ein Sportstück“ „Wilder Sommer“). Von 1999 bis 2001 war sie Dramaturgin und Direktionsmitglied am Berliner Ensemble. Von 2001 bis 2006 Chefdramaturgin am Düsseldorfer Schauspielhaus unter der Intendanz von Anna Badora. Hier betreute sie diverse Inszenierungen von Jürgen Gosch (u.a. „Sommergäste“, „Macbeth“). Seit der Spielzeit 2007/08 ist Rita Thiele Chefdramaturgin und stellvertretende Intendantin am Schauspiel Köln und betreute als Dramaturgin zuletzt u.a. Karin Beiers Inszenierungen der Stücke „Die Nibelungen“, „Das Goldene Vlies“, „Das Werk/ Im Bus/ Ein Sturz“, Karin Henkels „Iphigenie“ und „Der Kirschgarten“, sowie Katie Mitchells Interpretation von „Wunschkonzert“ und Johan Simons' „Kasimir und Karoline“.
www.schauspielkoeln.de

Kathrin Tiedemann (D)

Theaterwissenschaftlerin, Künstlerische Leiterin Forum Freies Theater Düsseldorf

ist Theaterwissenschaftlerin, Dramaturgin und seit August 2004 künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin des Forum Freies Theater (FFT) in Düsseldorf. Zuvor war sie Dramaturgin auf Kampnagel in Hamburg, Mitbegründerin und Kuratorin des Festivals reich & berühmt in Berlin und arbeitete als Redakteurin und Autorin u.a. für die Wochenzeitung freitag und Theater der Zeit. Vorstandsvorsitzende des Verbands Freie Darstellende Künste NRW e.V. Veröffentlichungen: Kathrin Tiedemann und Frank Raddatz (Hg.): „Reality strikes back. Tage vor dem Bildersturm. Eine Debatte zum Einbruch der Wirklichkeit in den Bühnenraum“. Theater der Zeit, Recherchen 47, Berlin 2007. Dies.: „Reality strikes back II. Tod der Repräsentation. Die Zukunft der Vorstellungskraft in einer globalisierten Welt“. Theater der Zeit, Recherchen 70, Berlin 2010. Im Rahmen von HEIMPSPIEL 2011 moderiert Kathrin Tiedemann das Gespräch Projektarbeit als kritische Praxis.
www.forum-freies-theater.de

TkH (WALKING THEORY) (SRB)

Plattform für die Theorie und Praxis darstellender Künste

TkH wurde als eine Gruppe für theoretische und künstlerische Forschung im Jahre 2000 in Belgrad gegründet. Seit 2002 operiert sie als unabhängige Organisation: das TkH-Zentrum für die Theorie und Praxis darstellender Künste ist in lokalen, regionalen und internationalen Szenen tätig. Das Ziel der TkH-Plattform besteht darin, kritische und experimentelle Praktiken in den zeitgenössischen darstellenden Künsten im lokalen, regionalen und internationalen Kontext zu stärken. Die Aktivitäten von TkH umfassen eine theoretische Praxis im Feld zeitgenössischer darstellender Künste in der Form von Textproduktion, Selbstorganisation, kritischer Erziehung und Kulturpolitik, die in unterschiedlichen  Programmen realisiert werden: TkH Journal für die Theorie darstellender Künste, Ausbildungsprogramme („PATS“, „s-o-s“, „Knowledge Smuggling!“, „Deschooling Classroom“), eine regionale Online-Plattform (tkh-generator.net), Programme zur kritischen Reflektion der lokalen Szene („Forum for the Performing Arts Criticism“, „Walking Critique“), künstlerische und theoretische Veranstaltungen, sowie interdisziplinäre Performances. Seit 2010 arbeitet die Gruppe teilweise in Paris an einem langfristigen Projekt zum theoretischen Aktionismus: „How to do things by theory“ in Les Laboratoires d’Aubervilliers.
Zusätzlich zu den spezifischen theoretischen und künstlerischen Projekten ist TkH auch in der Kulturpolitik aktiv und arbeitet mit selbstorganisierten Initiativen, Organisationen und Plattformen aus Belgrad (Other Scene), der westlichen Balkanregion (Clubture) und Europa zusammen (u.a. PAF).
www.tkh-generator.net

Miriam Tscholl (D)

Regisseurin, Leiterin Bürgerbühne am Staatstheater Dresden

wurde 1974 in Freiburg i. B. geboren und studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis am Institut für Medien und Theater der Universität Hildesheim, wo sie ab 2004 als künstlerische Mitarbeiterin tätig war. In ihren Arbeiten als freie Regisseurin finden sich immer wieder Darsteller aus dem echten Leben auf der Bühne ein wie Angehörige einer Verstorbenen, Jugendliche, Muslime oder Polizisten. 2008 inszenierte sie die vom HEIMSPIEL-Fonds geförderte Produktion „Tacheles / Klartext“ am Jungen Schauspiel Hannover. Seit der Spielzeit 2009/2010 leitet Miriam Tscholl die Bürgerbühne und die Theaterpädagogik am Staatsschauspiel Dresden. Die Themen, die Theaterformen und die beteiligten Darstellergruppen dieser Bühne sind vielfältig. Zuletzt inszenierte Tscholl hier „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß“ nach einem Roman von Horace McCoy mit 23 Dresdner Bürgern.
www.staatsschauspiel-dresden.de/buergerbuehne

Sandra Umathum (D)

Theaterwissenschaftlerin Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig

promovierte 2008 mit einer Arbeit über Kunst als Aufführungserfahrung (im Druck) und ist seit 2010 Vertretungsprofessorin für Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Von 2008–2010 war sie Koordinatorin im Internationalen Geisteswissenschaftlichen Forschungskolleg „Verflechtungen von Theaterkulturen“, von 2003–2006 Mitglied im Sonderforschungsbereich „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ und von 2000–2003 Mitglied im Schwerpunktprogramm „Theatralität und die Krisen der Repräsentation“. In den Jahren 1998–2002 arbeitete sie an verschiedenen Theaterproduktionen von Christoph Schlingensief mit, 2007 assistierte sie Tino Sehgal bei der Ausstellung von „This situation“ im Hamburger Bahnhof. Sandra Umathum ist (Mit-)Herausgeberin u.a. von „Schlingensiefs Nazis Rein / Torsten Lemmer in Nazis Raus“, „Carl Hegemann: Plädoyer für die unglückliche Liebe. Texte über Paradoxien des Theaters“ (Berlin 2005) und „Auf der Schwelle. Kunst, Risiken und Nebenwirkungen“. Bei HEIMSPIEL 2011 hält sie das Ko-Referat zu Carl Hegemanns Vortrag Theater zwischen Kunst und Nicht-Kunst.

Christine Umpfenbach (D)

Regisseurin

wurde 1971 in München geboren und arbeitet als freie Regisseurin. Sie studierte Bühnenbild an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin und anschließend Regie am Goldsmiths' College in London. Ihre Themenschwerpunkte sind Migration, Arbeit und Stadt. Von 2000 bis 2002 leitete sie zusammen mit Antje Wenningmann unter dem Namen C&A das Obdachlosentheater Ratten 07 an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Später realisierte sie u.a. „Let`s go West 2003“ mit Bewohnern aus Wismar, die durch die Wende ihre Arbeit verloren haben, die theatrale Busfahrt „Endstation West“, die sich mit Migration in München beschäftigte und die „Win-Place-Show“ mit ehemaligen Hauptschülern. Seit 2006 war sie an mehreren Stadtprojekten der Münchner Kammerspiele beteiligt, z.B. an „Bunnyhill“ (2004), „Doing Identity“ und der „Hauptschule der Freiheit“. Zuletzt realisierte sie als Mitglied des Leitungsteams das Stadtprojekt „Munich Central“, für das sie außerdem das dokumentarische Stück „Gleis 11“ inszenierte.

Hortensia Völkers (D)

Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes

geboren 1957 in Buenos Aires, ist seit 2002 die künstlerische Direktorin und Vorstandsmitglied der Kulturstiftung des Bundes. Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte und Politologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München konzipierte, kuratierte und leitete sie zahlreiche Veranstaltungen im Bereich Tanz und bildende Kunst. 2000 hatte sie die künstlerische Leitung des Internationalen Tanzfestivals tanz2000.at - ReMembering the Body inne, von 1997 bis 2001 war sie Direktorin der Wiener Festwochen. Mit der Kulturstiftung des Bundes entwickelte sie zahlreiche Programme für den internationalen Kulturaustausch und zu den Themen Migration, Kultur und Nachhaltigkeit, Schrumpfende Städte oder Zukunft der Arbeit.
www.kulturstiftung-bund.de

Ana Vujanovic (SRB)

Theaterwissenschaftlerin

geboren 1975 in Belgrad, ist freischaffende Theoretikerin, Leiterin, Dozentin und Dramaturgin im Bereich zeitgenössischer darstellender Kunst und Kultur und hat einen Doktortitel in Theaterwissenschaften. Sie ist Mitglied des Redaktionskollektivs der TkH-Plattform und Chefredakteurin des TkH-Journals sowie Dozentin für weiterführende interdisziplinäre Studien an der Universität der Künste in Belgrad. Sie betätigt sich als Ko-Autorin und Dramaturgin in verschiedenen künstlerischen Bereichen (Performance, Theater, Tanz, Videokunst), organisiert und hält Vorträge und Workshops bei Symposien, Konferenzen und Festivals in ganz Europa. Ihr besonderes Interesse gilt der Ermächtigung von unabhängigen Szenen in Belgrad, Ex-Jugoslawien und Europa. Sie veröffentlich regelmäßig in Zeitschriften und Anthologien und ist Autorin der Bücher „Destroying Performance Signifiers - An Introduction to Performance Studies“, zusammen mit A. Jovicevic und DOXICID.
www.tkh-generator.net

Geesche Wartemann (NO/D)

Theaterwissenschaftlerin, Theaterpädagogin

ist seit 2009 Professorin für Theater und Theaterpädagogik an der Universität in Agder, Kristiansand (Norwegen). Von 2003 bis 2009 war sie Juniorprofessorin für Theorie und Praxis des Kindertheaters an der Universität Hildesheim. Schwerpunkte in ihrer  Forschung und Lehre sind die  Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters, Konzepte der Theatervermittlung sowie Strategien und Formen der Interaktion zwischen Künstlern und jungen Zuschauern in Proben und Aufführungen des zeitgenössischen Kinder- und Jugendtheaters. 2005 initiierte Geesche Wartemann das International Theatre for Young Audiences Research Network (ITYARN). 2000 bis 2002 arbeitete sie als Theaterpädagogin und Dramaturgin am Kinder- und Jugendtheater des Braunschweiger Staatstheaters. In ihrer Dissertation reflektiert sie Forderungen und Zuschreibungen von Authentizität im Theater mit nichtprofessionellen Darstellern. Bei HEIMSPIEL 2011 leitet sie die Diskussion zum Thema Gangster, Rapper, Forscher. Theater mit jugendlichen Darstellern“.

Daniel Wetzel / Rimini Protokoll (D)

Künstler

1969 in Konstanz geboren, studierte er am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und lebt mit seiner Familie in Berlin. Seit 1995 entstehen künstlerische Arbeiten gemeinsam mit Helgard Haug, seit 1999 gemeinsam mit Stefan Kaegi und seit 2001 unter dem Label Rimini Protokoll. Auswahl: „Herr Dagacar und die goldene Tektonik des Mülls” (Garajistanbul, RUHR.2010 u.a., 2010), „Prometheus in Athen” (Hellenic Festival, Stiftung Zollverein 2010), „100 Prozent Wien” (Wiener Festwochen 2010), „Welcome To You” (Hörspiel, WDR 3, 2009), „Waldeinsamskype” (Hörspiel, Deutschlandfunk, 2009), „Der Zauberlehrling” (Düsseldorfer Schauspielhaus u.a., 2009), „Breaking News. Ein Tagesschauspiel” (Hebbel am Ufer u.a., 2008), „Karl Marx: Das Kapital, Erster Band” (Düsseldorfer Schauspielhaus, Hebbel am Ufer Berlin u.a. 2006). Auszeichnungen: Hörspielpreis der Kriegsblinden, Theaterpreis Der Faust (Sonderpreis), Mülheimer Dramatikerpreis, Europäischer Theaterpreis (Neue Realitäten). Im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 leitet Daniel Wetzel den  Workshop Sonic Memory Material.
www.rimini-protokoll.de

Tamer Yigit (TR)

Schauspieler, Regisseur

wurde 1974 geboren und lebt in Berlin. Seit 1990 initiiert und realisiert er Musikprojekte und Filme; er hat Kurzgeschichten in der SZ, FAZ und Frankfurter Rundschau publiziert und schreibt seit 2009 Kolumnen für die Wochenzeitung der freitag. Tamer Yi?it verbindet eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Thomas Arslan, in dessen Filmen er als Schauspieler mitwirkte. So war er in der Rolle des Erol in „Geschwister“ (1996), als Can in „Dealer“ (1998) sowie in „Der schöne Tag“ (2001) zu sehen. Seit 2002 tritt er auch in Theateraufführungen auf, u.a. an der Volksbühne Berlin, den Freien Kammerspielen Magdeburg und dem Hebbel am Ufer. Seit 2005 entstehen eigene Regiearbeiten wie die „Wunschliste eines Idioten“ (2005), „Ein Warngedicht“ (2008) und „Hass“ (2010). „Ein Warngedicht“ wurde mit dem Brüder Grimm Preis des Landes Berlin ausgezeichnet (2009) und gastierte am Jungen Schauspiel Hannover und den Münchner Kammerspielen. Im Rahmen von HEIMSPIEL 2011 stellt Tamer Yigit Idee und Konzept dieser Theaterproduktion noch einmal vor.

Tobias Zielony (D)

Künstler, Fotograf

wurde 1973 in Wuppertal geboren und studierte dokumentarische Fotografie an der University of Wales in Newport sowie künstlerische Fotografie bei Prof. Timm Rautert an der Hochschule für Gestaltung und Buchkunst in Leipzig. Tobias Zielony setzt sich in seiner Arbeit mit Fragen von offener und latenter Gewalt ebenso auseinander wie mit den Selbstinszenierungen von Jugendlichen. Die Szenen seiner Fotografien spielen sich in den Randzonen urbanen Lebens ab: in den Banlieues französischer Metropolen, den als Shrinking-Cities bekannt gewordenen Städten in Sachsen-Anhalt oder in der Wüstenstadt Trona außerhalb von Los Angeles. Ausgewählte Arbeiten waren u.a. in der Ausstellung „Shrinking Cities“ in Halle/Leipzig (2005-2006), im Museum für Fotografie in Braunschweig und im Kunstverein Hamburg (2010) zu sehen. Mit „Story/No Story“ (2010) liegt seit kurzem ein Buch bei Hatje Cantz vor, das einen Überblick über seine Arbeiten seit dem Jahr 2000 gibt.

Für die Publikationen von HEIMSPIEL 2011 wurden Fotografien aus den Serien „Ha Neu“ (2003) und „Quartiers Nord“ (2003) verwendet – mit freundlicher Genehmigung des  Künstlers und der Galerie Koch Oberhuber Wolf in Berlin.

Nach oben

Festivalleiter, Produzent

wurde 1960 in Wilhelmshaven geboren. Er war u.a. Intendant am Theater Am Turm (TAT) in Frankfurt, Künstlerischer Leiter des Kulturprogramms der EXPO 2000 in Hannover und von 2000 bis 2005 Intendant des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, das für die Spielzeit 2004/05 unter seiner Leitung zum Theater des Jahres gewählt wurde. Zusammen mit Peter Zadek und Antje Landshoff-Ellermann gründete er die Theaterproduktionsgesellschaft wasihrwollt Productions GmbH. Zurzeit erarbeitet Tom Stromberg Theaterproduktionen zusammen mit Jan Bosse, Jérôme Bel, Laurent Chétouane, Stefan Pucher und leitet seit 2006 gemeinsam mit Matthias von Hartz das Theater Festival Impulse.