The Walk-In Archive

The Walk-In Archive
Rauminstallation mit Lautsprechern und O-Tönen

Serotonin (Berlin)

Archivprojekt zum Fonds HEIMSPIEL der Kulturstiftung des Bundes

30. März, 19 Uhr  Vernissage
31. März - 2. April von 9.00-19.00 Uhr
3. April von 10.00-18.00 Uhr
Kölnischer Kunstverein

„Theater verschwindet. Wenn ein Stück abgespielt ist, bleibt nicht viel. Da bleibt ein Zeitungsartikel. Es bleibt eine kleine Videoaufzeichnung, die man sich meistens nicht angucken kann. Bühne ist eben live ... da muss man dabei sein, das geht nicht anders.“ (Schorsch Kamerun)

Betritt der Festivalbesucher den Ausstellungsraum im Kunstverein begegnet er Stimmen, die über  Rechercheaufgaben sprechen, über unterschiedliche Vorstellungen von Theater, Kunst und Nicht-Kunst und  über Projekte, die im Kollektiv entstehen. Wenn er genau hinhört, entdeckt er vielleicht den Musiker Schorsch Kamerun, wie er detailliert den Stoff für ein Theaterprojekt im leeren Zentrum von Oberhausen entwickelt, oder Mitglieder des Berliner Performancekollektivs The Poor Maiden Monsters, wie sie über eine investigative Aktion im Vorfeld eines Theaterprojekts in Berlin reden und laut vernehmlich die nächste Aktion irgendwo in Kreuzberg starten. Wenn er weitergeht, kann er Bernadette La Hengst hören, wie sie mit Joanne Denning, einer älteren Dame aus Freiburg ein Theaterprojekt rekonstruiert. Oder er bleibt bei einem Schauspieler stehen, der laut über Autorschaft und Laien als Kollegen nachdenkt.

Serotonins „The Walk-In Archive“ ist ein Versuch, Erfahrungen weiterzugeben, die Regisseure, Dramaturgen, Autoren, Schauspieler, Fußballfans, Jugendliche, ältere Damen in sogenannten HEIMSPIEL-Projekten gesammelt haben. Konzipiert als Rauminstallation mit Lautsprechern und O-Tönen präsentiert „The Walk-In Archive“ keine Bilder, Programmhefte oder Videos der Aufführungen. Vielmehr lädt die Installation dazu ein, den Stimmen von Beteiligten zu folgen und sich ein eigenes Bild zu machen.

„The Walk-In Archive“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie Serotonin Erzählungen aus Originalaufnahmen aufbaut. Der Besucher muss selbst entscheiden, welchen Stimmen er folgt und wie er sie mit anderen in Verbindung bringt. Er ist aufgefordert, einzelne Stimmen zu kombinieren, andere zu überhören, und sich mit eigenen Ideen im Kopf ein persönliches Archiv über die Entstehung von Theaterprojekten zu erschaffen.

Zur Eröffnung des „Walk-In Archive“ ist Serotonin anwesend.

Programm Vernissage:
30. März, 19.00 Uhr
Kölnischer Kunstverein

The Walk-In Archive Serotonin
On Three Posters Rabih Mroué
Begrüßung durch Anja Nathan-Dorn, Einführung von Berit Schuck
The Nightmare of Participation Vortrag von Markus Miessen (wegen Krankheit ausgefallen)
Make Me Stop Smoking Lecture Performance von und mit Rabih Mroué
Im Anschluss Gespräch mit Rabih Mroué und Berit Schuck